Tipps für die Jahreszeit

Es werde Licht - Lichttherapie bei Depressionen

Das monatelange Grau in Grau, morgens im Dunkeln wegzugehen und abends im Dunkeln wieder nachhause zu kommen – das kann einem schon aufs Gemüt schlagen. So wie Frühling, Sommer und Herbst uns mit ihren Farben aufheitern können, so kann der Winter – nachdem er die letzten bunten Blätter von den Bäumen gepflückt hat und seit einigen Jahren mit glitzernden Schneekristallen äußerst sparsam umgeht – düstere Gedanken aufkommen lassen.
Die englische Vokabel für traurig ist "sad" – und SAD lautet passender Weise die Abkürzung für das Krankheitsbild der Saisonal Abhängigen Depression/ "seasonal affective disorder". Alle Jahre wieder macht sie den Betroffenen das Winterleben schwer, in abgeschwächter Form ist sie unter der Bezeichnung Winterblues bekannt.
Ursachen und Symptome für die Winterdepression

Wie so oft spielen auch diesbezüglich Hormone eine wichtige Rolle; die Hormonproduktion ist im Winter verändert (vielleicht ist das sogar ein Überbleibsel aus Winterschlaf-Zeiten, und freilich auch ein Resultat des Umstandes, dass, wenn unser Auge weniger Licht einfängt, das Schlafhormon Melatonin verstärkt, auch tagsüber, produziert wird). Melatonin macht uns müde und träge, und dessen verstärkte Ausschüttung geht zulasten des so genannten Glückshormons Serotonin. Wir fechten also einen täglichen Kampf aus mit unserem Körper, der arbeiten soll, als wäre es Sommer, obwohl er sich im winterlichen Ruhe-Modus befindet. Unsere Gelüste auf süße Speisen kommen jetzt nicht von ungefähr – denn Zucker und Schokolade helfen dem Serotonin auf die Sprünge. Auch die ungenügende Versorgung mit Vitamin B12 ist oft mit verantwortlich für einen Serotonin-Mangel.
Wollte sich das moderne Arbeitsleben nach unserem Biorhythmus richten, müsste das Aufstehen vor Sonnenaufgang unbedingt vermieden werden.
Antriebs-, Lust- und Energielosigkeit, Müdigkeit, Gereiztheit, schlechte Laune und Unausgeglichenheit sind Symptome einer saisonal abhängigen Depression.

Ein Licht am Horizont ist die Lichttherapie

Es wäre wunderbar, wenn wir uns auch winters viel im Freien bei Tageslicht aufhalten könnten, etwas spazierengehender Weise. Da die hellen Stunden dünn gesät sind und unser "Tagewerk" oft zum "Nachtwerk" ausartet, biete sich die Lichttherapie als Alternative an. Lichttherapiegeräte, auch als Tageslichtlampen oder Lichtduschen bezeichnet, sind auch für den privaten Gebrauch erhältlich, so dass man vor Sonnenauf- beziehungsweise nach Sonnenuntergang noch Licht tanken kann. Abhängig von der Leistung können sie unsere Stimmung tatsächlich aufhellen. Bietet so ein Gerät etwa 2.500 Lux, kann man, indem man morgens und/oder abends davorsitzt, seinen Tag quasi künstlich verlängern. Bieten Lichtquellen so um die 10.000 Lux, genügt dagegen etwa eine halbe Stunde täglich. Ein Abstand von ungefähr 80 cm zur Lichtquelle wird empfohlen, und man muss/soll gar nicht frontal darauf starren, sondern kann nebenbei zum Beispiel frühstücken.
Beim Vorliegen von Augen- oder Hauterkrankungen sollte vorher das Einverständnis des (Fach-)Arztes eingeholt werden.

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